Was das Speller Tennistalent Jonne Epping in seiner Karriere erreichen möchte
Mit Jonne Epping vom SC Spelle-Venhaus gibt es ein großes Tennistalent im Emsland. Der 14-jährige Rechtshänder hat ein bestimmtes Ziel im Kopf.
Er ist erst 14 Jahre alt, aber spielt schon wie ein großer Tennisspieler auf: Jonne Epping. Der talentierte Nachwuchssportler aus Lünne, der für den SC Spelle-Venhaus spielt, gewann im vergangenen Jahr fünf DTB-Titel und greift seit diesem Jahr in einer höheren Altersklasse an.
0:6, 0:6 - so lautete das deutliche Resultat im Achtelfinale der Landesmeisterschaft in der Halle in Isernhagen am vergangenen Wochenende. Immerhin hatte Jonne Epping mit ein paar Spielbällen die Möglichkeit, ein Spiel zu gewinnen. Allerdings war der Gegner auch nicht irgendein Gegner. Sein Name war Lucas Herrera Sánchez vom HTV Hannover, der zuletzt bei der inoffiziellen U-14-Weltmeisterschaft in Frankreich bis ins Halbfinale vorstieß. Dort messen sich die besten jungen Talente aus aller Welt. Das Turnier gilt als eine der bedeutendsten Stationen auf dem Weg zur Profi-Karriere. Einst schlug dort auch zum Beispiel der spanische Superstar Rafael Nadal auf.
„Jonne soll aus solchen Niederlagen lernen“
Auch wenn Jonne Epping gegen den späteren Sieger Herrera Sánchez chancenlos war, sind solche Spiele wichtig für seine Entwicklung. „Jonne soll und wird aus solchen Niederlagen lernen und entwickelt dadurch auch seinen Ehrgeiz“, sagt Stefan Epping.
Der Vater von Jonne Epping war es, der die ersten Bälle gemeinsam mit seinem Sohn auf einem Tennisplatz schlug. „Ich habe mit sechs oder sieben Jahren angefangen Tennis zu spielen“, erinnert sich der 14-jährige Schüler, der die achte Klasse auf dem Gymnasium Leoninum Handrup besucht. Zwei Wochen später spielte Jonne Epping bei einer Sichtung, machte dabei mit seinem Talent auf sich aufmerksam und stand plötzlich im Kader der Tennisregion Dollart-Ems-Vechte. „Da Jonne im Dezember geboren ist, ist er immer einer der jüngsten seines Jahrgangs und muss gegen ältere Gegner spielen“, sagt Stefan Epping. „Das war auch bei seinen ersten Turnieren der Fall. Er ist mit vielen Niederlagen gestartet und musste sich anfangs durchboxen.“
In der Corona-Zeit wurde improvisiert
Und das tat er. Über die Turnierserien Red-, Orange- und Green-Cup (U8 bis U10) sammelte Jonne Epping Ranglistenpunkte und arbeitete sich peu à peu nach oben. Selbst die Corona-Zeit ab 2020 hinderte ihn nicht an seiner sportlichen Weiterentwicklung. Da wurde dann auch mal improvisiert. „Wir haben zum Beispiel selbst ein Netz über die Straße gespannt oder Aufschläge im Park geübt“, sagt Stefan Epping.
Dieser Fleiß sollte sich auszahlen. Es folgten die ersten überregionalen Erfolge. Der Rechtshänder feierte inzwischen vier Ems-Dollart-Vechte-Meisterschaften und fuhr in 2024 fünf DTB-Turniersiege ein - in Leer, Spelle, zweimal in Meerbusch und Ende des vergangenen Jahres in Krefeld. So beendete er die bundesweite U-14-Rangliste auf dem 72. Platz, was in seinem Jahrgang Platz 55 bedeutet.
„Ich sage nicht, dass ich mal einen Grand Slam gewinnen will“
Seit diesem Jahr spielt Jonne Epping in der U16. Er ist wieder einer der jüngsten Spieler dieser Altersklasse. Doch mit vier Trainingseinheiten auf dem Platz, mit zwei Einheiten Athletiktraining und mit Matchtraining am Wochenende will sich das Tennistalent, das auch Punktspiele für den TC Altenberge-Erika macht, auch gegen ältere Gegner durchsetzen.
Und das aus gutem Grund, denn Jonne Epping verfolgt ein klares Ziel mit seinen Bemühungen. „Ich sage jetzt nicht, dass ich mal einen Grand Slam gewinnen will. Aber ich möchte es in den nächsten Jahren in die deutsche Herrenrangliste schaffen“, sagt der 14-Jährige, dessen Kadertrainer Arne Plagemann ist. Ein paar Punkte dafür hat er schon eingesammelt, aber gelistet wird er ab einer bestimmten Anzahl von Siegen.
Spanier Alcaraz ist Eppings Vorbild
Als Vorbild sieht er den Spanier Carlos Alcaraz. „Er ist einfach ein kompletter Spieler“, sagt Jonne Epping. Aber er findet auch Gael Monfils und Nick Kyrgios gut. „Monfils läuft viel und hat gute Schläge. Und Kyrgios ist einfach ein Typ. Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn.“
Am Tennis generell liebt Jonne Epping, dass man viel läuft und sich viel bewegt. „Und wenn man etwas gut kann, dann macht es auch Spaß“, sagt er. Spaß ist ein guter Stichpunkt. Der soll laut Stefan Epping auch nicht zu kurz kommen. „Das ist das Allerwichtigste“, sagt der Vater.
Freundschaften sind bei Turnieren entstanden
Hinzu kommt, dass durch die regelmäßigen Treffen bei Tennisturnieren mit anderen Spielern auch mittlerweile Freundschaften entstanden sind. Sehr gut versteht sich Jonne Epping zum Beispiel mit Linus Heubach vom TC BW Delmenhorst. „Wir haben uns auch schon mal außerhalb der Turniere getroffen“, sagt Stefan Epping.
Heubach nahm auch an der Landesmeisterschaft teil und traf im Halbfinale auf Herrera Sánchez. Ihn ereilte das gleiche Schicksal wie Jonne Epping. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.
Quelle: NOZ


